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04.11.2019
Pressemitteilung Wildpark Weißewarte

Seit dem Gründungsjahr 1973 hat der Wildpark Weißewarte eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Nach sicherer Aufarbeitung bzw. Recherche wurden, besonders nach 1990, rund 3 Millionen Euro investiert. Darin enthalten ist die Beseitigung der Hochwasserschäden.

Als ich 1995 Bürgermeister von Weißewarte wurde, waren, außer der Parkeisenbahn, nicht viele Gehege und Gebäude vorhanden. Ich möchte an den Schuppen als Kassenhaus erinnern und an die in die Tage gekommene Gaststätte, die kein schönes Bild abgegeben hat.

Seit 1995 stand der Wildpark mehrfach vor der Schließung, vor einer Privatisierung oder Übergabe an den Förderverein.

Alles, worüber jetzt geredet wird, haben wir in der Vergangenheit schon erlebt. Sicher in der Existenz und Weiterentwicklung war der Wildpark immer nur in der Hand der Gemeinde. Als die größte touristische Attraktion im Landkreis Stendal ging es jedes Jahr bergauf. Runde 800 000 Besucher zählte der Wildpark seit seiner Gründung.

Die familienfreundlichen Eintrittspreise wurden bewusst so gehalten. Neben den Flohmärkten, den jährlichen Osterfesten, Jahreshauptfesten und den Lichterfesten konnten auch bekannte Künstler im Wildpark begrüßt werden, z.B. Ute Freudenberg und Gunter Gabriel. Leider ist jetzt von diesem Flair nicht viel zu merken.

Mit der Bildung der Einheitsgemeinde Tangerhütte verlor die Gemeinde Weißewarte die Finanz- und Personalhoheit.

Die Erfahrungen der langjährigen Mitarbeiter waren durch die Einmischung der Verwaltung nicht mehr gefragt. Die Lohnkosten uferten exorbitant aus.  Die Verwaltung in Person des hauptamtlichen Bürgermeisters der Einheitsgemeinde Tangerhütte entwickelte sich zum "Totengräber" des Wildparks, z.B.

-          die Stilllegung der Parkeisenbahn (Verlust 20 000,- Euro pro Jahr)

-          defekte Autoscooter (Verlust 18000,- Euro pro Jahr)

-          seit letzter Woche Schließung der Gaststätte

Obwohl ich verboten hatte, einen jungen und gesunden Rothirsch zu erschießen (durch den Sachkundenachweis und der Betriebsgenehmigung war ich dazu befugt), nur weil dieser sich nicht einfangen lassen wollte, wurde dies getan.

Die Hauptaufgaben des Wildparkes sind die Haltung der Tiere und die Bildungsaufträge für die Besucher.

Die Organisation des Parks war über die ganzen Jahre bei Annette Friedebold in guten Händen. Ich selbst hatte mit meinen Aufgaben als Ortsbürgermeister, Stadtrat, Kreistag und Landtag mehr als genug zu tun. Ich bin Anette Friedebold und ihrem Team heute noch für ihren Einsatz dankbar.

Nach den Zerstörungen 2002 und 2013 durch das Hochwasser haben viele freiwillige Helfer und Spender dafür gesorgt, dass es mit dem Wildpark Weißewarte weitergeht.

Nach den Stürmen von 2017/2018 kam das „Frühlingserwachen“ genau richtig. U.a. war die mediale Präsenz für diese Veranstaltung wichtig.  Übrigens ist auch der große Grillplatz ein altes Projekt des Fördervereins. Dem Verein, auch in Person von Siegfried Arndt, muss man für die geleistete jahrelange Arbeit nur Dank und Anerkennung aussprechen.

Wie nahe Erfolg und Misserfolg nebeneinander liegen können, zeigt die momentane Situation. Dass es vielen Tieren nicht gut geht und das Futter knapp wird, hat es in den letzten 46 Jahren noch nie gegeben.

Den Wildpark und das Blockhaus zu verkaufen oder eigentlich zu verschenken, kann man nur als sittenwidrig einstufen.  Die Bilanzwerte des Wildparkes und des Blockhauses belaufen sich auf ca. 250 000,- Euro. Das Blockhaus ist eigentlich schon allein 500 000,- Euro wert. Notwendig ist ein externes Wertgutachten und der daraus resultierende Preis muss Gegenstand der Verhandlung sein, wenn überhaupt.

Der Ortschafts- und Stadtrat haben laut Gemeindeordnung die Pflicht, das gemeindliche Vermögen zu wahren und zu mehren. Sollte der Wert des Wildparks bewusst durch Abschreibungen und Ausbuchungen gemindert werden, leidet die ganze Einheitsgemeinde.

Es müssen endlich wieder verantwortungs- und fachlich ausgebildete Leute im Wildpark beschäftigt werden, am besten aus Weißewarte. Diese haben durch die heimatliche Nähe den besten Bezug zum Wildpark.

Mit einem festen Budget können die erfolgreichen Zeiten wiederkommen. Der Wildpark gehört und muss in Gemeindehand bleiben. Alle zoologischen Einrichtungen, die ich kenne, sind in Gemeindehand.

 

Detlef Radke

langjähriger Ortsbürgermeister von Weißewarte (von 1995 bis Mai 2019)

Mitglied des Landtages

tätig in den Ausschüssen Landwirtschaft, Umwelt und Energie sowie Bildung

Weitere Informationen zum Konzept des Wildparkes

www.wildpark-weissewarte.de
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